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Arzt-Patienten-Beziehung
In diesem Folder wurde zu Gunsten der Lesbarkeit auf die weiblichen Formen, wie PatientInnen und ÄrztInnen, verzichtet. Wir hoffen auf Ihr Verständnis und danken herzlichst dafür!
Eine gute Beziehung Dazu gehören immer zwei!
In diesem Fall ein Arzt und ein Patient. Und es wäre sowohl unrealistisch als auch unfair davon auszugehen, dass für eine funktionierende Arzt-Patienten-Beziehung nur eine Seite verantwortlich ist. Ärzte und Patienten sind im gleichen Maße gefordert, das ihre zu einer guten Zusammenarbeit beizutragen, denn der Erfolg der antiretroviralen Therapie hängt in hohem Maße von dieser ab. Bei allem guten Willen darf aber eines keinesfalls vergessen werden: Es handelt sich bei beiden Partnern um Menschen, und Menschen machen Fehler und haben Schwächen.
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Ein guter Arzt Wie muss er sein?
Diese Frage können Sie sich eigentlich nur selbst beantworten, denn den Arzt, der den Wünschen aller Patienten entspricht, wird es kaum geben. Natürlich werden wir uns alle einen Arzt mit gutem fachlichen Wissen wünschen, der sich regelmäßig weiterbildet. In Österreich gibt es nur relativ wenig Ärzte, die auf die Behandlung von Menschen mit HIV/AIDS spezialisiert sind. Auch ist es nicht immer einfach, Fachärzte, wie Zahnärzte, Frauenärzte etc., zu finden, die bereit sind, HIV-positive Menschen zu behandeln. Sollten Sie Schwierigkeiten haben, einen Arzt zu finden, wenden Sie sich an Ihre lokale AIDS-Hilfe. Auch wenn Sie vom Gesetz her nicht verpflichtet sind, einem Arzt mitzuteilen, dass Sie HIV-positiv sind, erscheint es doch bei vielen Behandlungen sinnvoll, dies zu tun. Ein offenes, vertrauensvolles Verhältnis mit dem Arzt sollte es Ihnen möglich machen, über Ihre HIV-Infektion zu sprechen.
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Das Ziel Eine vertrauensvolle Beziehung!
Wie auch immer Sie sich die Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt im Detail vorstellen, die unerlässliche Grundlage für ein gutes Funktionieren ist gegenseitiges Vertrauen. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Sie alles, was von Ihrem Arzt kommt, ohne Hinterfragen akzeptieren sollen. Grundsätzlich sollte es Ihnen aber möglich sein, die Informationen, die Sie von ihm bekommen, für richtig zu halten und darauf zu vertrauen, dass er Ihnen helfen und keinesfalls schaden möchte. Andererseits ist es für den Arzt ebenso unerlässlich, darauf vertrauen zu können, dass Sie ihm z.B. bezüglich Medikamenteneinnahme etc. die Wahrheit sagen und nichts verheimlichen.
Der Aufbau einer Beziehung dauert seine Zeit. Erwarten Sie daher nicht, dass gleich beim ersten Termin alles perfekt läuft. Lassen Sie sich und dem Arzt Zeit, damit sich eine Vertrauensbasis entwickeln kann. Sollte das Verhältnis aber auch nach mehreren Terminen unbefriedigend bleiben, sprechen Sie den Arzt darauf an. Vielleicht gelingt gemeinsam eine Problemlösung. Ist dies nicht der Fall, wäre ein Arztwechsel in Erwägung zu ziehen, der sich allerdings aufgrund der eher geringen Zahl an HIV-Spezialisten leider schwierig gestalten könnte.
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Ein guter Patient Was kann ich dazu beitragen?
Zeit ist im Gesundheitswesen Mangelware. Leider! Am meisten können Sie für sich und Ihren Arzt daher tun, wenn Sie die - fast immer zu kurze zur Verfügung stehende Zeit bestmöglich nutzen. Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch mit Ihrem Arzt vor. Leicht passiert es, dass man im entscheidenden Moment auf die Frage vergisst, die man schon seit Wochen mit sich herumschleppt. Anschließend ist man frustriert, weil man keine Antwort bekommen hat. Schreiben Sie sich alles, was Sie besprechen möchten, auf, und gehen Sie diese Liste mit Ihrem Arzt Punkt für Punkt durch. Versuchen Sie dabei, so direkt zu bleiben wie möglich und nicht lange um den heißen Brei herumzureden. Vergessen Sie aber nicht, dass für Sie scheinbar unbedeutende Details für den Arzt wichtige Informationen darstellen können. Sollten Sie Schwierigkeiten haben, im Gespräch die richtigen Worte zu finden, formulieren Sie Ihre Fragen schon vorher aus. Lesen Sie sie vor oder übergeben sie Sie dem Arzt schriftlich.
Wichtig ist, dass Sie Ihrem Arzt nichts verheimlichen: Vergessen Sie nicht ihm mitzuteilen, welche Medikamente Sie einnehmen, auch wenn diese nicht im Zusammenhang mit der HIV-Infektion stehen. Vor allem dann, wenn Sie sich die Medikamente ohne Rezept aus der Apotheke holen oder, wenn Sie sie von einem anderen Arzt verschrieben bekommen haben.
Selbstverständich ist es die Aufgabe des Arztes, auf seine Patienten und ihre Probleme einzugehen. Im Rahmen des Medizinstudiums wird auf "Gesprächsführung" jedoch leider nicht sehr viel Wert gelegt. Das heißt bei den Ärzten ist es nicht anders als bei allen anderen Menschen: Manche sind geduldig und können gut zuhören, andere verlieren rasch die Geduld oder verstehen nur schwer, was man ihnen mitteilen will. Hört Ihnen Ihr Arzt nicht zu, lässt er Sie nicht ausreden oder haben Sie das Gefühl, er hat Sie falsch verstanden, sprechen Sie ihn unbedingt direkt darauf an.
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Selbstbestimmung Was sind die Voraussetzungen?
Wenn Sie von Ihrem Arzt möglichst wenig in Entscheidungsprozesse eingebunden werden wollen, wenn es Ihnen lieber ist, dass er die Führung übernimmt, ist das natürlich in Ordnung. Sie haben aber als mündiger Patient ebenso das Recht mitzuentscheiden, was im Rahmen Ihrer ärztlichen Behandlung passieren soll. Der Arzt ist vom Gesetz her dazu verpflichtet, Sie über Ihre Diagnose und die therapeutischen Möglichkeiten sowie deren Risiken und Nutzen aufzuklären. Um genügend Einblick zu bekommen und aktiv am Entscheidungsprozess teilnehmen zu können, sollten Sie sich aber möglichst viel Wissen rund um Ihre Krankheit aneignen. Die Mitarbeiter Ihrer lokalen AIDS-Hilfe helfen Ihnen gerne weiter, wenn Sie Informationen zu HIV/AIDS, diagnostischen Verfahren oder antiretroviralen Medikamenten etc. benötigen.
Es kann daher sehr nützlich sein, wenn der Patient schon einiges weiß, und der Arzt mit seinen Erklärungen nicht bei Null anfangen muss. Wahrscheinlich fühlen auch Sie sich sicherer, wenn nicht alles vollkommen neu für Sie ist. Darüber hinaus wird der Arzt lieber ein Gespräch mit jemandem führen, der den Eindruck erweckt, dass er sich für das Thema interessiert. Schrecken Sie aber keinesfalls davor zurück sofort nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstehen. Ärzte neigen manchmal dazu, auch in Gesprächen mit Patienten medizinische Fachausdrücke zu verwenden. Wenn der Arzt Ihre Frage nur unvollständig beantwortet, fragen Sie nach, bis Sie alle Informationen haben, die Sie brauchen. Sehr hilfreich kann es sein, sich Notizen zu machen, die man zu Hause in Ruhe nochmals durchgehen kann.
Lassen Sie sich abgesehen von ausgesprochenen Notfallsituationen - nicht zu Entscheidungen drängen. Sagen Sie Ihrem Arzt ruhig, dass Sie Bedenkzeit brauchen, und vereinbaren Sie einen neuen Termin. Nutzen Sie die Zeit und holen Sie sich, z.B. bei anderen Betroffenen, Selbsthilfegruppen oder Ihrer lokalen AIDS-Hilfe, die Informationen und Entscheidungshilfen, die Sie brauchen.
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