Mein Blutbefund

Blutuntersuchung – Wie oft sollte ich zur Kontrolle gehen?

Für HIV-infizierte Menschen ist es sehr wichtig, die Blutwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen. Vermutlich wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin Blutabnahmen im Abstand von 3 bis 6 Monaten vorschlagen, je nachdem, ob Sie bereits Symptome entwickelt haben oder ob Sie eine antiretrovirale Therapie einnehmen etc. Neben der Zahl der Helferzellen (= CD4-Zellen) und der Viruslast (= viral load = VL), die über den Verlauf der HIV-Infektion bzw. den Erfolg der Behandlung Auskunft geben, werden im Rahmen des Blutbildes auch die Zahl der weißen und roten Blutkörperchen sowie der Blutplättchen und andere Parameter bestimmt.

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CD4-Zellzahl – Was sagt dieser Wert aus?

Die CD4-Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und sind somit ein Bestandteil des Immunsystems. Die Zahl der Helferzellen, wie die CD4-Zellen auch heißen, sagt sehr viel über den Zustand des Immunsystems aus. Gemessen wird die Zahl der Helferzellen pro Mikroliter (= Millionstel Liter = µl = mm3), wobei der Normalwert bei 800 bis 1.500 CD4-Zellen/µl liegt. Je niedriger die CD4-Zellzahl ist, desto stärker ist das Immunsystem geschädigt.
Im Verlauf einer unbehandelten HIV-Infektion nimmt die Zahl der CD4-Zellen ab. Dies geschieht weil HIV vor allem CD4-Zellen angreift, die es zu seiner Vermehrung braucht. Die befallenen CD4-Zellen sterben nach einiger Zeit ab, und der Körper kann nicht in ausreichendem Maße neue Helferzellen bilden.
Es muss allerdings nicht jeder Abfall des CD4-Zellwertes auf eine Verschlechterung der HIV-Infektion zurückzuführen sein. Die Werte können auch aus anderen Gründen schwanken: z.B. Depressionen, Stress, starker Alkoholgenuss oder Drogengebrauch, Erkältungen oder andere Erkrankungen.

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Viruslast im Blut – Was bedeutet das Messergebnis?

Die Menge der Viren im Blut ist ein Maß für die Aktivität der Viren und das Voranschreiten der HIV-Infektion. Durch ihre Bestimmung kann auch eine Therapie auf ihre Effektivität überprüft werden. Eine höhere Viruslast geht mit einer stärkeren Schwächung des Immunsystems und einem schnelleren Fortschreiten der HIV-Infektion einher. Die Virusmenge im Blut wird in Viruskopien pro Milliliter angegeben: Eine VL unter 10.000 Kopien/ml gilt als "niedrig", eine VL über 100.000 Kopien/ml als hoch.
Wenn in Ihrem Blut keine Viren nachweisbar sind, heißt das nicht, dass HIV zur Gänze aus Ihrem Körper verschwunden ist. Es bedeutet nur, dass der Wert sehr niedrig ist und unterhalb der Nachweisgrenze des verwendeten Tests liegt. Von der Viruslast im Blut kann darüber hinaus auch nicht auf die Menge der Viren, die im Genitalsekret (Sperma bzw. Scheidenflüssigkeit) vorhanden ist, geschlossen werden. Eine/n SexualpartnerIn mit HIV anzustecken ist daher auch dann möglich, wenn Ihre Viruslast im Blut unter der Nachweisgrenze liegt.

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Anämie – Was tun bei Blutarmut?

Sind zu wenige rote Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut vorhanden, spricht man von Blutarmut oder Anämie. Die roten Blutkörperchen, die im Knochenmark gebildet werden, haben die Aufgabe, den Sauerstoff durch den Körper zu transportieren. Sind nicht genug davon vorhanden, kann dies zu Symptomen wie Müdigkeit oder Kurzatmigkeit führen. Da eine Anämie unter anderem durch Medikamente ausgelöst werden kann, wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin im Fall der Fälle möglicherweise einen Therapiewechsel vorschlagen. Eine weitere Möglichkeit stellt die Behandlung mit Erythropoietin dar. Es handelt sich dabei um ein Medikament, das in Form von Injektionen verabreicht wird und den Körper dazu anregt, mehr rote Blutkörperchen zu bilden.

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Neutropenie – Was ist das?

Von einer Neutropenie spricht man dann, wenn im Blut zu wenige neutrophile Granulozyten – das sind spezielle weiße Blutkörperchen – vorhanden sind. Da diese wichtig sind für die Abwehr von Bakterien und Pilzen, besteht bei einer Neutropenie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, die durch solche Mikroorganismen ausgelöst werden. HIV-infizierte Menschen haben öfter etwas weniger neutrophile Granulozyten im Blut als nicht infizierte, schwere Fälle von Neutropenie kommen aber glücklicherweise eher selten und dann vor allem bei Betroffenen mit sehr niedrigen CD4-Zellwerten vor. Da die häufigste Ursache für eine Neutropenie Medikamente sind, kann es in vielen Fällen notwendig sein, die Dosierung eines Medikamentes zu verringern oder auf ein anderes Medikament umzusteigen. Bei sehr niedrigen Werten wird der Arzt/die Ärztin möglicherweise eine Substanz spritzen, die die Produktion der weißen Blutkörperchen anregt.

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Thrombozytopenie – Was ist darunter zu verstehen?

Ist die Zahl der Thrombozyten oder Blutplättchen im Blut zu gering, wird von einer Thrombozytopenie (= Thrombopenie) gesprochen. Die Blutplättchen haben eine wichtige Funktion bei der Blutgerinnung. Durch ihre Verklumpung stoppen sie den Blutfluss. Bei Menschen, bei denen ihre Zahl verringert ist, kommt es leichter zu Blutergüssen oder in schwereren Fällen zu spontanen Blutungen. Eine Thrombozytopenie kann durch die HIV-Infektion ausgelöst werden: Entweder wenn HIV jene Zellen im Knochenmark befällt, die für die Bildung der Blutplättchen verantwortlich sind, oder, wenn HIV das Immunsystem in dem Maße durcheinanderbringt, dass es selbst die Blutplättchen attackiert. In solchen Fällen kann die Thrombopenie meist mit antiretroviralen Medikamenten erfolgreich behandelt werden. In Fällen, in denen die Thrombopenie durch Medikamente – z.B. solche, die zur Behandlung opportunistischer Infektionen eingesetzt werden - verursacht wird, ist ein Umstieg auf andere Medikamente zu empfehlen.

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Text: Dr. Sigrid Ofner

Dieser Text ersetzt nicht das Gespräch mit einem Arzt/einer Ärztin! Besprechen Sie weitere Fragen mit den BeraterInnen Ihrer lokalen AIDS-Hilfe.

ASPEKTE, eine Informationsreihe der AIDS-Hilfen Österreichs