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Postitives Testergebnis Was nun?
HIV-positiv Was bedeutet das? HIV-positiv Was bedeutet das? HIV steht als Abkürzung für Human Immunodeficiency Virus (Humanes Immunschwäche Virus = HI-Virus). Ist das Ergebnis Ihres HIV-Antikörper-Tests positiv, heißt das, dass Ihr Körper Antikörper gegen das HI-Virus gebildet hat. Die Antikörper sind die Immunantwort des Körpers auf HIV und sind drei Monate nach der HIV-Infektion mit größter Sicherheit nachzuweisen. Das positive Testergebnis bedeutet nicht, dass Sie AIDS (Acquired Immune Deficiency Sndrom = erworbenes Immunschwächesyndrom) haben! Es bedeutet, dass Sie HIV-positiv sind, also, dass Sie das HI-Virus in sich tragen. HIV und AIDS Wo liegt der Unterschied? Von HIV-positiv wird dann gesprochen, wenn sich ein Mensch mit dem HI-Virus infiziert hat. An AIDS leidet ein HIV-infizierter Mensch erst dann, wenn spezifische Erkrankungen, sogenannte AIDS-definierende Erkrankungen, auftreten oder, wenn sich der Immunstatus dramatisch verschlechtert (CD 4-Zellzahl unter 200 Zellen/ml). Vor dem Ausbruch von AIDS fühlen sich die meisten Betroffenen gesund. Ohne Behandlung dauert es in vielen Fällen 10 Jahre oder länger, bis AIDS ausbricht, das unbehandelt meist innerhalb von zwei Jahren zum Tod führt. Die HIV-Infektion Ein chronisches Leiden. Mit den derzeit zur Verfügung stehenden Medikamenten und der heute üblichen hochaktiven antiretroviralen Therapie (= HAART, siehe ASPEKTE 1 "Kombinationstherapie", ASPEKTE 2 "Leben mit der Therapie" und ASPEKTE 5 "Nebenwirkungen der Kobmbinationstherapie") kann der Ausbruch von AIDS bei vielen PatientInnen deutlich hinausgezögert werden. Die HIV-Infektion ist zwar nach wie vor nicht heilbar, die HAART kann aber den Verlauf der Krankheit sowie die Lebensqualität der PatientInnen sehr verbessern. Viele HIV-positive Menschen bleiben berufstätig oder suchen sich im Berufsleben ein neues Betätigungsfeld (siehe ASPEKTE 4 "Re-Integration in die Arbeitswelt"). HIV-positiv Wo finde ich Rat? Das positive HIV-Test-Ergebnis wird Ihr Leben in jedem Fall stark beeinflussen. Sowohl Fragen nach dem Verlauf der Krankheit als auch seelische Probleme können auftreten und sollten unbedingt mit speziell dafür ausgebildeten Fachkräften besprochen werden. Die MitarbeiterInnen der AIDS-Hilfen Österreichs PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und ÄrztInnen sind kompetente AnsprechpartnerInnen. Nutzen Sie das Angebot von Information, Beratung und Betreuung, das Ihnen die AIDS-Hilfen Österreichs anonym und kostenlos zur Verfügung stellen. Mit jemandem über die auftretenden Ängste und Probleme zu sprechen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Lassen Sie sich durch unterschiedliche Meldungen und Ratschläge nicht verunsichern. Kommen Sie zu Ihrer lokalen AIDS-Hilfe und holen Sie sich den professionellen Rat, den Sie jetzt so dringend brauchen. Auch Selbsthilfegruppen für HIV-positive Menschen bieten österreichweit ihre Hilfe an (Informationen dazu erhalten Sie bei den lokalen AIDS-Hilfen). HIV-positiv Wem soll ich es sagen? Die schwierige Entscheidung, ob Sie jemandem von Ihrer HIV-Infektion erzählen, können Sie nur selbst treffen. Hilfreich kann es sein, dass Thema HIV/AIDS erst einmal allgemein anzusprechen und zu sehen, wie die- oder derjenige reagiert. Eine Partnerin, einen Partner, einen Freundeskreis oder eine Familie zu haben, die über die HIV-Infektion Bescheid weiß und Unterstützung anbietet, ist ein großer Gewinn. Wichtig für Sie und Ihre Mitmenschen ist es, zu wissen, dass im alltäglichen Leben (abgesehen von Geschlechtsverkehr und direktem Blutkontakt) kein Ansteckungsrisiko besteht. Speichel, Tränen, Schweiß, Harn und Stuhl enthalten zu wenig HI-Viren, um infektiös zu sein. Über gemeinsam benütztes Geschirr oder Toiletten etc. wird das HI-Virus ebensowenig übertragen wie durch Küssen oder Umarmen. HIV-positiv Wem muss ich es sagen? Mit Ihren SexualpartnerInnen müssen Sie in jedem Fall über Ihr positives HIV-Test-Ergebnis sprechen, obwohl das bestimmt nicht leicht ist. Auch wenn Sie sich ob mit oder ohne HAART - gesund fühlen, Sie tragen das HI-Virus in sich, und die Gefahr, Ihre Partnerin / Ihren Partner beim Geschlechtsverkehr anzustecken, besteht. Die MitarbeiterInnen Ihrer lokalen AIDS-Hilfe informieren Sie gerne über den Gebrauch von Kondomen, Safer Sex und die Möglichkeiten der Postexpositionellen Prophylaxe (= PEP, siehe ASPEKTE 4 "Postexpositionelle Prophylaxe für diskordante Paare"). Ihre/n Arbeitgeber/in müssen Sie von Ihrer HIV-Infektion nichts sagen. In vielen Fällen kann es sogar günstiger sein, dies nicht zu tun (siehe ASPEKTE 3 "Re-Integration in die Arbeitswelt"). antiretroviral = gegen Retroviren (zu denen auch HIV gehört) wirkend asymptomatisch = frei von Symptomen (Krankheitszeichen) CD 4 Zellen (Helferzellen) = Zellen des Immunsystems, die von HIV befallen werden. Ihre Zahl nimmt im Laufe der unbehandelten HIV-Infektion ab. chronisch = über längere Zeit andauernd Immunsystem = System zur Abwehr körperfremder Substanzen Indikation = Grund zur Verabreichung eines bestimmten Medikaments infektiös = ansteckend Kombinationstherapie = Behandlung mit mehreren Medikamenten gleichzeitig Lymphozyten = weiße Blutkörperchen, zu denen unter anderem die CD 4-Zellen gehören medikamentöse Therapie = Behandlung mit Medikamenten Monotherapie = Behandlung mit nur einem Medikament Nebenwirkungen = unerwünschte Wirkungen eines Medikaments Opportunistische Infektion = spezielle Infektionen, die bei HIV-positiven PatientInnen aufgrund des geschwächten Immunsystems auftreten pathogen = krankheitserregend Primärinfektion = akute HIV-Infektion etwa 10 Tage nach der Übertragung von HIV prophylaktische Therapie (Prophylaxe) = Behandlung, die einer Erkrankung vorbeugen soll Serokonversion = Zeitspanne in der die Antikörper gebildet werden symptomatisch = es treten Symptome auf Viruslast (viral load) = Anzahl der Viren im Blut |
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Text: Dr. Sigrid Ofner ASPEKTE, eine Informationsreihe der AIDS-Hilfen Österreichs |