Frauen, HIV, AIDS… Fragen? Antworten!

Besteht ein Ansteckungsrisiko bei einem einmaligen ungeschützten Geschlechtsverkehr?
Welche Möglichkeiten gibt es, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen?

Haben Frauen ein höheres Ansteckungsrisiko beim Sex als Männer?

Soll ich meinen Partner darauf ansprechen, wenn ich vermute, dass er noch andere sexuelle Beziehungen hat?

Besteht ein Ansteckungsrisiko beim Oralverkehr (Blasen/Schlecken)?

Ich habe Angst, dass ich mich angesteckt habe – wie soll ich mich verhalten?

Viele Frauen glauben, dass sie nicht durch HIV/ AIDS gefährdet sind. Tatsache ist jedoch, dass Frauen zunehmend davon betroffen sind. Dies hat biologische und soziale Ursachen. 39% der an AIDS erkrankten Frauen haben sich durch heterosexuellen Kontakt infiziert. Zum Vergleich: Nur 7% der Männer haben sich durch heterosexuellen Kontakt infiziert.

AIDS ist immer noch nicht heilbar und es gibt keinen Impfstoff gegen eine HIV-Infektion. Die derzeit nach einer HIV-Infektion angewendeten Kombinationtherapien sind zwar eine erheblich verbesserte Form der Therapie, können aber nur den Ausbruch von AIDS-bedingten Krankheiten hinauszögern. Deshalb ist für Frauen das Wissen um den wirksamen Schutz vor einer Ansteckung mit HIV besonders wichtig.

Besteht ein Ansteckungsrisiko bei einem einmaligen ungeschützten Geschlechtsverkehr?

Grundsätzlich JA. Sowohl die Scheidenschleimhaut (Vaginalverkehr) als auch die Mastdarmschleimhaut (Analverkehr) sind als Eintrittspforten für das HI-Virus geeignet. Sobald diese mit infiziertem Blut oder infizierter Samenflüssigkeit in Berührung kommen, ist eine Ansteckung grundsätzlich möglich. Besonders gefährdet ist dabei die passive Partnerin. Bei Kontakt mit anderen Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Schweiß besteht kein Ansteckungsrisiko. Jedenfalls gilt: Kondome schützen – Sie selbst und Ihren Partner/ Ihre Partnerin. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer regionalen AIDS-Hilfe, bei Ihrem Vertrauensarzt oder in einer Sexualberatungsstelle.

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Welche Möglichkeiten gibt es, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen?

Die einfache Regel: Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit oder Blut dürfen nicht in den Körper des Partners/ der Partnerin gelangen. Das erreicht man durch die Benutzung von Kondomen oder sexuelle Befriedigung ohne Geschlechtsverkehr. Safer Sex bietet sehr viele Möglichkeiten, sich gegenseitig Lust und Befriedigung zu verschaffen. Streicheln, Massieren, Küssen, Petting gehören ebenso dazu wie das Benutzen von Kondomen. Für Frauen bedeutet Safer Sex darüber hinaus, keine Angst vor unerwünschten Schwangerschaften haben zu müssen. Wenn Sie noch Fragen zum Thema Safer Sex haben, wenden Sie sich an Ihre regionale AIDS-Hilfe, eine Frauenberatungsstelle oder eine Partner/innen- und Sexualberatungsstelle.

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Haben Frauen ein höheres Ansteckungsrisiko beim Sex als Männer?

JA.
  • Da die Schleimhaut der Scheide relativ groß ist und ein Großteil der Samenflüssigkeit im Körper verbleibt, haben Frauen bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr ein höheres Ansteckungsrisiko als Männer
  • Außerdem ist die Viruskonzentration in der Samenflüssigkeit höher als in der Scheidenflüssigkeit.
  • Während der Menstruation, durch zyklisch bedingte Hormonschwankungen, die Pilleneinnahme oder die Verwendung der Spirale kann es zu Veränderungen der Scheidenflora und in der Folge zu Entzündungen in der Scheide kommen. Dadurch können Krankheitskeime leichter in den Blutkreislauf gelangen.

Um sich aktiv zu schützen, müssen Frauen deshalb darauf bestehen, Safer Sex zu praktizieren.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer regionalen AIDS-Hilfe oder bei Ihrer Frauenärztin/ Ihrem Frauenarzt.

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Soll ich meinen Partner darauf ansprechen, wenn ich vermute, dass er noch andere sexuelle Beziehungen hat?

JA. Eine feste Partnerschaft oder Ehe ist kein Garant für absolute Treue. Über ungeschützte sexuelle Gelegenheitskontakte wird mit der Partnerin/ dem Partner meist nicht offen gesprochen. Auch Bisexualität und Kontakte zu Prostituierten werden in vielen Beziehungen verschwiegen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre Vermutungen und lassen Sie Ängste und Misstrauen gar nicht erst entstehen. Diskutieren Sie, wie Sie beide sich künftig vor einer HIV-Infektion schützen wollen. Dinge anzusprechen bedeutet, Verantwortung gemeinsam zu tragen. Eine HIV-Infektion sieht man keinem Menschen an. Vor einer fixen Beziehung empfiehlt sich einer gemeinsamer HIV-Antikörpertest – bei Ihrer regionalen AIDS-Hile anonym und kostenlos.

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Besteht ein Ansteckungsrisiko beim Oralverkehr (Blasen/Schlecken)?

JA. Wenn der Samenerguss in den Mund erfolgt, ist die Übertragung von HIV über die Mundschleimhaut möglich. Gelangt Präejakulat (Lusttropfen) oder Scheidenflüssigkeit in den Mund, kann eine Übertragung nicht gänzlich ausgeschlossen werden, das Risiko ist aber sehr gering. Da Blut eine hochinfektiöse Flüssigkeit ist, erhöht sich das Risiko einer Übertragung beim Oralverkehr während der Menstruation. Der passive Partner/ die passive Partnerin ist beim Oralverkehr nicht gefährdet. Bei Unklarheiten oder Fragen zu Übertragungsrisiken wenden Sie sich an Ihre regionale AIDS-Hilfe – anonym und kostenlos.

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Ich habe Angst, dass ich mich angesteckt habe – wie soll ich mich verhalten?

Geraten Sie nicht in Panik – informieren Sie sich! Rufen Sie bei einer AIDS-Hilfe an, holen Sie sich Unterstützung und Beratung. Es ist wichtig, abzuklären, ob ein tatsächliches Ansteckungsrisiko vorliegt und ob ein HIV-Antikörpertest sinnvoll ist. Bei der AIDS-Hilfe werden Sie auch darüber informiert, wie Sie sich in Zukunft schützen können. Auf jeden Fall gilt in dieser Situation: Geschlechtsverkehr nur mit Kondom!

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Die Angebote der AIDS-Hilfen Österreichs können Sie anonym und kostenlos in Anspruch nehmen.

In Österreich gibt es sieben AIDS-Hilfen, in denen Männer die Möglichkeit haben, kompetente Beratung in Anspruch zu nehmen – KOSTENLOS & ANONYM: Auflistung der AIDS-Hilfen wie im PlusMinus

Impressum: Herausgeber: Die AIDS-Hilfen Österreichs. Für dem Inhalt verantwortlich: Redaktionsbüro der AIDS-Hilfen Österreichs. Redaktion: DSA Maritta Teufl, Mag. Andreas Kamenik, Redaktionsbüro der AIDS-Hilfen Österreichs, Aidshilfe Salzburg, Gabelsbergerstr. 20, A-5020 Salzburg, Tel.: 0662/ 88 18 32, Fax: 0662/ 88 19 44-3, E-Mail: plusminus@aidshilfen.at. Idee & Konzept: Zürcher AIDS-Hilfe, Birmensdorferstr. 169, PF 8018, CH-8036 Zürich.